250 Jahre Ludwig van Beethoven

250 Jahre Ludwig van Beethoven

Bild des Schallplattencovers der Missa Solemnis von Ludwig van Beethoven

Bild von Giovanna Bathe 2020, Lizenz: CC-BY-SA-ND

Ludwig van Beethoven: Komponist, Weltbürger, Genie, Tonkünstler und Misanthrop

All diese Begriffe kommen einem in den Kopf, wenn man an Ihn denkt. Sein 250. Geburtstag gibt uns Anlass genug den berühmten Komponisten mit euch zu feiern. Ich möchte euch einen kleinen Einblick in die Welt des berühmten und viel gefeierten Komponisten Ludwig van Beethoven geben. Geboren 1770 in Bonn, schuf Beethoven schon im Kindesalter musikalische Werke, spielte Klavier, Orgel und Violine und wurde von seinem Vater ähnlich wie Mozart in eine Musikerkarriere gedrängt.

Beethoven und sein Neffe Karl

Im Jahre 1820 wurde Beethoven zum offiziellen Vormund über seinen Neffen Karl für den er eine Musikerkarriere plante und ihm mehr schlecht als recht als Vaterersatz diente. Es ist anzunehmen, dass Beethoven seinen Neffen abgöttisch liebte, es aber aufgrund seines wechselhaften und teilweise cholerischen Gemüts nie zeigen konnte. Schon früh äußerten sich Spannungen zwischen Beethoven und seinem Neffen, da Beethoven den Umgang mit Karls Mutter für ungenügend befand und er seinen Neffen eher für sich selbst haben wollte, da er nie offiziell eigene Kinder gehabt hat. Karl war sein Kinderersatz, sehr zum späteren Leid des Neffen, der sich nie im Stande sah, den Erwartungen seines strengen Onkels gerecht zu werden. Ihm schwebte ein Studium der Philologie vor, Beethoven wollte die Militärkarriere für seinen Neffen. Als Schwierigkeiten im Studium aufkamen, bat er seinen Onkel eine kaufmännische Ausbildung am Polytechnischen Institut zu beginnen, diese fing er auch an. Karl lebte zu der Zeit bei seinem Onkel und „spielte“ Beethovens Sekretär. Nachdem die Spannungen zwischen Neffe und Onkel immer größer wurden und beide in ihre eigenen Krisen steuerten; Beethoven aufgrund seiner Taubheit, der Neffe aufgrund von Schulden und Suizidgedanken, unternahm Karl van Beethoven am 6. August 1826 einen Suizidversuch mit zwei Pistolen. Ludwig van Beethoven war durch den Selbstmordversuch seines Neffen erschüttert. „Ich bin schlechter geworden, weil mich mein Onkel besser haben wollte.“ ( Zitat Karl von Beethoven)

Beethovens Leid und die „unsterbliche Geliebte“

Seine schon früh auftretende Schwerhörigkeit, die später in fast vollständiger Taubheit endete, begleitet von einem Tinnitus, hinderten das Genie jedoch nicht an der Komposition einiger der bedeutendsten Werken der Musikgeschichte. Beethovens „Glück“ war sein absolutes Gehör, dass es ihm auch in Zeiten der schwersten Krisen erlaubte, sich die Musik die er komponierte vorstellen zu können, ohne sie hören zu müssen. Beethovens 9. Sinfonie ist in einer dieser Krisenzeiten entstanden und auch bei der Uraufführung, die er selbst dirigieren wollte, es jedoch krankheitsbedingt nicht konnte, gab er den „Takt an“, auch wenn die Musiker angewiesen waren, nicht auf ihn, sondern auf den eigentlichen Dirigenten zu achten. Beethovens Anspruch war es, ein bleibendes musikalisches Werk für die Nachwelt zu hinterlassen.

Mit der Liebe war es für Beethoven nicht einfach. Viel zu oft hatte er sich in Frauen aus höherem Stand verliebt und ewig wird auch das Rätsel der „unsterblichen Geliebten“ ungelöst bleiben. Viele Frauen kommen als unsterbliche Geliebte in Frage, doch eine wurde besonders oft in der Historie genannt. Josephine Brunsvik. Die damals 19 Jährige war Klavierschülerin Beethovens. Zwei Mal war Sie unglücklich verheiratet, immer wieder schrieben Sie und Beethoven sich „Liebesbriefe“. Besonderes Aufsehen erregten die beiden Freunde, als 9 Monate nach der letzten Zusammenkunft der beiden Josephines Tochter Minona geboren wurde. Minona ist ein Anagramm zu Anonym. Einige der bedeutendsten Beethovenforscher gehen davon aus, dass Beethoven der leibliche Vater Minonas ist.

Einige der bekanntesten Werke

Zu seinen bekanntesten Werken zählen die 5. Sinfonie in c-moll, opus 67, auch als „Schicksalssinfonie“ bekannt und aus der 9. Sinfonie in d-moll, 0pus 125 der vierte Satz, in dem die Vertonung der „Ode an die Freude“ Schillers seinen Platz findet. Selbst diejenigen unter euch, die keine Beethoven-Kenner sind, kennen zumeist das Anfangsmotiv der 5. Sinfonie. Allgemein gesprochen, dass „Ba Ba Ba Ba“ prägt sich uns unvermittelt ein.

Im Laufe der Jahrhunderte, um genauer zu sein, im Jahre 1972 wurde das Hauptthema des vierten Satzes der 9. Sinfonie zur offiziellen Hymne des Europarats. So stellt sich nun die Frage, wie hätte Beethoven darauf reagiert?

So vermute ich das Beethoven dieses Ereignis positiv gesehen hätte, war ihm doch die Aufklärung seiner Zeit wichtig. Ich denke, dass die Vorstellung eines vereinten Europa ganz in seinem Sinne gewesen wäre. Ganz zu schweigen davon, dass Beethoven Immanuel Kant verehrte und dieser bereits in der Zeit der Aufklärung für eine Art „vereintes Europa“ stand, eine Gemeinschaft, so wie Sie heute existiert.

Eine Messe für die Menschheit

Beethovens „Missa Solemnis – Von Herzen – möge es wieder – zu Herzen gehen“ (1819-1823)

Das Titelbild dieses Beitrags prägend, ist diese zwar nicht halb so populär wie die oben beschriebenen Sinfonien, jedoch ausschlaggebend für den letzten Lebensabschnitt Beethovens. Dennoch gilt sie als eine der bedeutendsten Leistungen seines Schaffens überhaupt und gehört zu den großen Werken der Kirchenmusik.

Im Gegensatz zu anderen bedeutenden Komponisten wie Mozart und Verdi hat Ludwig van Beethoven kein Requiem geschrieben. Es ist anzunehmen, dass ihm sein christlicher Glaube sowie die Verehrung Gottes wichtiger erschien, als eine Totenmesse zu komponieren, die seinem Andenken gewidmet wäre.

Ein Zitat Ludwig van Beethovens:

„Höheres gibt es nicht, als der Gottheit sich mehr als andere Menschen nähern, und von hier aus die Strahlen der Gottheit unter das Menschengeschlecht verbreiten.“

Um das Ganze musikalisch zu untermalen, findet Ihr eine schöne Gesamtausgabe der Missa Solemnis bei unseren Digitalen Angeboten im Voebb beim Anbieter Freegal: https://voebb.freegalmusic.com/search-page/missa%2520solemnis/albums/4053796002297/2

Ludwig van Beethoven in der Welt

Auch ohne Requiem wird Beethoven nicht nur in Deutschland und Europa gefeiert und tausendfach gespielt. In Japan, beispielsweise hat Beethoven den Status eines Rockstars erlangt. Jährlich singt der „Chor der 10.000“, ein japanisches Projekt die „Ode an die Freude“, wohlgemerkt in der Originalsprache. Es ist eine wahre Freude das zu sehen. Diese ganz besondere Stimmung die durch Beethovens Musik aufkommt, gemischt mit den 10.000 Stimmen ist unbeschreiblich. Schaut euch gerne das Video auf Youtube an. Link: https://www.youtube.com/watch?v=X6s6YKlTpfw

Durch seine vielschichtigen Kompositionen und seine einzigartige Art gelingt es dem schöpferischen Genie seiner Musik Ausdruck zu verleihen. Seine Werke zählen mit unter zum kulturellen Erbe der Menschheit. Seine Popularität und das Interesse an seiner Musik sind auch Jahrhunderte nach ihm ungebrochen. Beethovens Genie kennt keine musikalischen Grenzen. Mit seinen Moralvorstellungen stellte er die Gesellschaft seiner Zeit immer wieder in Frage und doch gelang es ihm durch sein Schaffen eine Art Verbindung herzustellen, zwischen dem so oft missverstandenen Genie und der höfischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts.

Beethoven schaffte es wie kein anderer, die Unsterblichkeit in Form seines künstlerischen und musikalischen Seins zu schaffen. Ich kann mir vorstellen, dass auch in den nächsten 100 oder 200 Jahren noch von ihm und seinen Werken die Rede sein wird.

 

 

 

 

 

 

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