Konzertbühnen der Welt nach Hause holen

Konzertbühnen der Welt nach Hause holen

Musiker:in mit Querflöte

Der Lippenstift wird nachgezogen, die Krawatte zurechtgerückt, das Kleid und der Anzug ein letztes Mal glatt gestrichen. So sehen die Vorbereitungen für einen Konzertabend in einem der renomierten Häuser der Welt normalerweise aus. Leider macht der Corona-Virus auch vor Konzertliebhaber:innen keinen Halt, die sich lange auf eine:n bestimmte:n Dirigent:in, Künstler:in oder Sänger:in gefreut haben. Denkt man … und auch wenn einige Veranstaltungen verschoben oder für eine unbestimmte Zeit auf Eis gelegt wurden, bieten einige Konzerthäuser in Berlin und anderen Städten seit ihrer offiziellen (vorübergehenden) Schließung eine neue Art des Besuches an – digital und von zu Hause aus.

Die Berliner Philharmonie bietet ihre Digital Concert Hall für 30 Tage kostenlos an. Mit dem Gutschein-Code BERLINPHIL erhält man den Zugang zu allen zur Verfügung stehenden Konzerten und Filmen auf der Plattform.

Eine weitere Ergänzung bietet Medici.TV, welches als digitales Angebot des Verbunds der öffentlichen Bibliotheken Berlins integriert ist und somit allen Inhaber:innen eines Bibliotheksausweises die Möglichkeit bietet, in einer Auswahl von über 2500 Videos von Konzerten, Opern, Ballettaufführungen und auch Dokumentation zu stöbern.

Saxophon auf Notenblatt

CC 0 (Christoph Schütz auf Pixabay)

Ebenfalls empfehlen können wir das Angebot, das Berlin (a)live bietet, ein Projekt des Landes Berlin und der Digitalagentur Berlin 3pc. Teilweise wird hier direkt aus Wohnzimmern übertragen, wobei das Angebot in mehrere Kategorien aufgeteilt wird. So kann nicht nur geschaut werden, welches Konzert heute, morgen oder übermorgen übertragen wird, sondern es kann ebenfalls nach Lesungen, Kabarett und vielem mehr gefiltert werden. Auf dieser Plattform ist es möglich, Spenden abzugeben, um unabhängige Künstler:innen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.

Sicherlich freuen sich die Musiker:innen, wenn ihre Säle endlich wieder mit Besucher:innen gefüllt werden. Bis dahin betrachten wir die Heimkonzerte positiv. Die Garderobe muss nicht am Einlass abgegeben, der Rotwein darf mit in den Konzertsaal (Wohnzimmer) genommen, die Füße dürfen ausnahmsweise hochgelegt werden und kein Gast hustet oder klatscht an unangebrachten Stellen. Wenn wir die Augen schließen, überträgt sich die Atmosphäre vielleicht doch ein kleines bisschen – selbst der störende Klingelton des Handys kann dazu beitragen und verleiht an Echtheit des Ganzen.

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